Fachgymnasien der Berufsbildenden Schulen Burgdorf werben an Informationstag mit Praxisbezug um neue Schüler

Von Friedrich-Wilhelm Schiller - HAZ Anzeiger Burgdorf v. 12.02.2018

Burgdorf. „Kann man hier ein richtiges Abi machen?“ Diese Frage haben gleich mehrere Schüler allgemeinbildender Schulen am Sonnabend beim Informationstag des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft und des Beruflichen Gymnasiums Technik der Berufsbildenden Schulen (BBS) Burgdorf gestellt. Mit einem klaren „Ja“ hat Dagmar Köhler, Teamleiterin Volkswirtschaft der BBS, die Frage beantwortet: Nach drei Schuljahren erlangen die Schüler beider Fachgymnasien die allgemeine Hochschulreife. Somit besteht bei der Wahl eines Studiums keine Einschränkung.

Die BBS lädt Schüler allgemeinbildender Schulen zu Infotagen ein, weil die Berufsgymnasien keine eigene Sekundarstufe I haben. Der erweiterte Sekundarabschluss I und die erfolgreiche Beendigung der zehnten Klasse eines Gymnasiums berechtigen zum Besuch der Fachgymnasien.

Die jungen Gästen wurden zum Teil von ihren Eltern begleitet. Die Schule wolle die vielfältigen Möglichkeiten zeigen, den Schulbesuch mit einem großen Praxis- und Berufsbezug zu verbinden, sagte Köhler. So könnten Schüler des Wirtschaftsgymnasiums Start-up-Unternehmen gründen. „Ein Team von uns hat im vorigen Jahr beim bundesweiten Wettbewerb ‚Deutscher Gründerpreis für Schüler’ den neunten Platz belegt.“

„Wir versuchen, die Schüler mit der Wirtschaft zu vernetzen“, erklärte Köhler. Die jungen Leute machten zum Beispiel Betriebsbesichtigungen. „Es kommen aber auch Unternehmen in die Schule, um Workshops anzubieten.“

Nach einem Vortrag über die Angebote der Schule konnten sich die Besucher in den Räumen, Laboratorien und Werkstätten umschauen. Dort standen ihnen jetzige und frühere Schüler sowie Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung. So führte Schüler Malte Beherens vor, wie sich mit einem 3-D-Drucker eine Ausstechform für Kuchenteig ausdrucken lässt. „Der druckt 300 Schichten übereinander, in diesem Fall soll der Druck drei Zentimeter dick werden soll“, erklärte Malte.

Der Schüler Malte Behrens kontrolliert am Bildschirm des Druck einer Kuchenteigausstechform, den ein 3D-Drucker anfertigt. Friedrich-Wilhelm Schiller

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                                                                                                      Foto: Schiller
Im Metalltechnikbereich trieben Lina Frick und Tom Knust mit einem Bunsenbrenner einen selbst gebauten Sterling-Motor an. „Das ist eine Arbeit über zwei Jahre. Während des Projekts lernen die Schüler Grundlagen für ein späteres Studium“, sagte Lehrer Andreas Reißner. Die Gäste konnten ihre Talente auch selbst testen. Beispielsweise versuchten sie sich daran, ein Planetengetriebe zusammenzusetzen.