Stolpersteine putzen in Burgdorf – ein Zeichen gegen das Vergessen
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Am 14.11.2025 haben wir in Burgdorf zwei Stolpersteine geputzt. Diese Steine erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Sie liegen in den Gehwegen vor den letzten frei gewählten Wohnorten dieser Personen – mitten im Alltag, damit wir immer wieder daran „stolpern“ und innehalten.
Bevor wir die Stolpersteine geputzt haben, haben wir uns mit der Geschichte der Personen beschäftigt, an die sie erinnern. Es war erschreckend und berührend zugleich zu erfahren, wie Menschen aus unserer unmittelbaren Umgebung – aus der gleichen Stadt – Opfer von Hass, Diskriminierung und Gewalt wurden, nur weil sie z. B. jüdisch waren.
Beim Putzen selbst haben wir vorsichtig und mit Respekt gearbeitet. Es war kein großer Aufwand, aber ein sehr symbolischer Moment. Es ging nicht nur darum, die Steine wieder glänzen zu lassen, sondern darum, den Menschen hinter den Namen auf dem Stein für einen Moment ihre Würde zurückzugeben.
Die Aktion hat mir gezeigt, wie wichtig Erinnerungskultur ist – besonders für unsere Generation, die den Holocaust und die NS-Zeit nur aus dem Geschichtsunterricht kennt. Geschichte wird oft abstrakt vermittelt, aber durch diese persönlichen Schicksale vor unserer Haustür wird sie greifbar. Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert – und dafür müssen wir erinnern, nicht vergessen.
Ich fand die Aktion sehr sinnvoll und bewegend. Es war ein stiller Moment, aber mit großer Wirkung. Man fühlt sich für einen Moment verbunden mit der Geschichte, mit dem Ort – und mit den Menschen, die nie vergessen werden dürfen.
Nico O., Klasse BGW27B (Berufliches Gymnasium)
Wenn Schüler*innen und Lehrkräfte gemeinsam Verantwortung übernehmen, wird Erinnerung lebendig – und Werte werden nicht nur gelehrt, sondern gelebt.
BBS Burgdorf – gemeinsam handeln, gemeinsam erinnern, gemeinsam Haltung zeigen.



